Tomi
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... nachfolgendes Interview hätte ich beinahe mal dem "Rolling Stone" gegeben. Rolling Stone: Tomi, wie kamst Du zur Musik?  |
RS: Und seit wann machst Du Musik?
T: Nun, eigentlich seit ich denken kann, also etwa seit 3 Jahren. Oder waren es 30? Weiß ich nicht mehr so genau.
RS: Mit einigen aus Deiner jetzigen Band bist Du ganz besonders verwachsen. Erzähl doch mal.
T: Mit dem Jumbo (Schlagzeug, Anm. der Redaktion) und dem Michael (Sänger), mit denen bin ich sozusagen aufgewachsen. Der Jumbo wurde Mitte der sechziger Jahre als mein Bruder geboren, da hieß er noch Stefan, und der fing dann schon als Säugling mit dem Schlagzeug spielen an. Ich wurde wohl irgendwie frühkindlich auf sein Geklopfe geprägt und habe glaube ich bisher noch nie mit einem anderen Schlagzeuger zusammen gespielt. Und der Michael, der tauchte ein paar Jahre später, als wir für unsere damalige Band einen Sänger gesucht haben, in unserem Übungsraum auf und zeigte uns, dass es wirklich reicht, wenn man 3 Akkorde drauf hat – wenn man zusätzlich auch noch ein bisserl singen kann. Das fanden wir natürlich prima, wenn da jetzt einer Gitarre spielen UND singen kann. War für uns dann weniger zu tun. Der Michael blieb dann tatsächlich, und unsere Band hat sich auch recht bald aufgelöst. Der Michael und der Jumbo haben aber weiter irgendwie gemacht, und mich dann kurze Zeit später gewissermaßen „adoptiert“. Und seitdem – das muss so irgendwann Anfang der achtziger Jahre gewesen sein – spielen wir zusammen. Ich glaube, wir drei hatten kürzlich Silberhochzeit.
RS: Die übrigen Bandmitglieder haben dann im Laufe der Jahre immer wieder gewechselt, Warum eigentlich?
T: Wahrscheinlich wussten die einfach nicht mit dem Erfolg umzugehen. Da waren halt auch schräge Typen dabei, vor allem die Keyboarder. Wenn ich es recht überlege, hatten die alle einen Schuss. Muss man wahrscheinlich auch haben, so als Keyboarder. Irgendwie sind das immer die gewesen, die als einzige wussten, was wir spielen, so harmonietechnisch, die Tonarten und so. Das ging dann immer einige Zeit gut, aber früher oder später sind die dann abgedreht. Vielleicht reichten ihnen dann die Töne, die sie spielen durften, nicht mehr aus, oder sie wurden als Musiker nicht gefordert oder was auch immer. Jedenfalls kam es dann zu den obskursten Geschichten. Bei einem mussten wir immer dann, wenn uns kein neuer Song eingefallen ist, auf Zettel schreiben, was unser Ziel ist, wo wir hinwollen, so musiktechnisch. Und was wir mit dem C-Dur-Akkord bei Takt 36 persönlich verbinden und solche Sachen. Ein anderer hat sich nach dem fünften Bier immer ausgezogen und dann jedem erzählt, dass er ab sofort nur noch nackig Musik macht und für 5 Mark alles auf den Tisch legt. Wieder ein anderer hat praktisch kein Wort mit uns gesprochen, seine einzigen Worte waren nur „...was ich Euch sagen will, sagt Euch mein Klavier...“. Das ist auf die Dauer doch recht anstrengend. Wenn ich es recht überlege, dann haben sich alle Formationen, in denen wir gespielt haben, wegen der Keyboarder aufgelöst. Wir haben dann beschlossen, künftig ohne Keyboarder zu spielen.
RS: Erzähl doch mal über Eure jetzige Besetzung. Da ist doch auch Keyboard dabei, oder?
TH: Ja, Keyboard ist dabei, aber kein Keyboarder, das ist der Unterschied. Die Besetzung jetzt ist eher klassisch. Wir sind ja primär die „Rückendeckung“ vom Michael, und da braucht man zunächst einmal Gitarre, Bass, Schlagzeug. Der Bassist (Mike, Anm. der Redaktion) ist eigentlich Schlagzeuger, und das sind finde ich die optimalen Voraussetzungen für einen Bassisten. Der Mike redet nicht viel, konzentriert sich absolut auf das Wesentliche. Dem reicht es auch, wenn er an manchen Stellen nur einen Ton spielt, oder mit der linken Hand freihändig weil der Bass ja ab sich ja schon 4 Töne hat und so weiter - er ist also keiner von diesen „Hudlern“ die an jeder Stelle zeigen müssen, wie schnell sie sind und dass sie eigentlich viel zu gut zum Bassspielen sind. Der Mike und der Jumbo passen da super zusammen. Und der T.C. (Matthias, Anm. der Redaktion) spielt ja eigentlich Saxophon. Ich glaube, saxophontechnisch gibt es weit und breit keinen besseren. Seit einiger Zeit drückt er jetzt auch noch auf so einem Keyboard herum, und ich glaube, da gibt es weit und breit keinen schlechteren. Aber genau so einen Keyboarder haben wir wohl gebraucht, also einen, der eigentlich keiner ist, sondern einen, der sich gemeinsam mit uns über jeden passenden Ton freut.
RS: Jetzt noch etwas zu Dir. Hast Du eigentlich Vorbilder, oder gibt es Gitarristen, die Du besonders verehrst?
T: Nö, Vorbilder habe ich keine. Das habe ich ziemlich bald aufgegeben, weil das, was ich gespielt habe, eigentlich nie so geklungen hat wie es eigentlich sollte. Ein Zeit lang habe ich mir dann immer neue Verstärker und Effektgeräte gekauft, aber letztlich hat das auch nichts genützt. Eigentlich klingt es nie so, wie es soll. Und deshalb kann ich auch nicht sagen, dass mich irgendwelche Gitarristen besonders beeinflusst haben. Mir gefällt gitarrentechnisch eigentlich alles mögliche, vor allem gut finde ich aber die Gitarristen, die wenige Töne brauchen um gut zu klingen. Ted Nugent zum Beispiel war so einer. Bei dem bestand ein 30-Sekunden-Solo auch mal nur aus einem Ton, und das fanden dann alle geil. Gut gefällt mir auch der Gitarrist von den Hooters, wobei ich gar nicht mal weiß, wie der heißt. Dessen Soli sind für mich optimal „songorientiert“, das heißt es geht auch im Solo immer um das gesamte Stück und nicht darum, innerhalb von ein paar Sekunden zu zeigen, was der Gitarrist drauf hat. Von den sogenannten „Legendären“ stehe ich vor allem auf J. J. Cale. Der braucht auch wenig Töne – seine Nachricht ist letztlich „es kommt nicht darauf an, was Du spielst, sondern wie Du es spielst“. Und das probiere ich auch. Auch wenn´s keiner merkt.
RS: Abschließend noch die Frage nach der Zukunft. Wo geht die Reise hin, was dürfen wir noch erwarten?
T: Nun, zu aller erst bin ich froh, überhaupt noch mitspielen zu können. So lange ich der Mannschaft helfen kann.....wobei, eigentlich helfen die ja mir....aber egal. Ich finde ja, dass wir derzeit als Mannschaft so gut drauf sind wie vielleicht nie zuvor. Ist wahrscheinlich wie mit manchem guten Wein, je älter, umso besser. Liegt aber vermutlich auch daran, dass wir uns recht selten alle gemeinsam sehen, und uns deshalb dann, wenn wir was machen, viel mehr konzentrieren müssen als früher, nicht soviel rumquatschen über Ziele und so sondern uns einfach freuen, gemeinsam einfach Musik zu machen. Was noch kommt, das kann natürlich niemand wissen. Neue CD, neue Tour, wer weiß – am besten frägst Du mich in 20 Jahren wieder. Da müssten wir mit unserer neuen CD allmählich fertig werden – und dann geht´s richtig ab!
RS: Vielen Dank für das Gespräch.
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